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Commerzbank frühe Rückzahlung der Staatshilfe im Mai rächt sich


29.12.2011
Raiffeisen Centrobank

Wien (aktiencheck.de AG) - Jörn Lange und Aaron Alber, Analysten der Raiffeisen Centrobank, stufen die Aktie der Commerzbank (ISIN DE0008032004 / WKN 803200) unverändert mit dem Rating "kaufen" ein.

Durch die inzwischen weitgehend abgeschlossene Integration der Dresdner Bank erreiche die Commerzbank in Deutschland eine Marktposition, die in dem wettbewerbsintensiven Markt auf mittlere Sicht eine dauerhafte Profitabilität ermögliche. Der Wachstumsmotor Polen könne bisher trotz Staatshilfe behalten werden. Die Risikovorsorge in der Kernbank sei bereits rückläufig.

Die Aktie sei niedrig bewertet, dies sei jedoch kurzfristig problematisch hinsichtlich der Erfüllung der Kriterien der europäischen Bankenaufsicht (EBA) (EUR 5,3 Mrd. Kapitalbedarf für 9% Kernkapitalquote inklusiv Reserve für Staatsanleiheportfolio) bis Juni 2012. Fraglich würden noch die nachhaltigen Ergebnisbeiträge durch das Gewerbeimmobilien-, Schiffs- und Staatsfinanzierungsgeschäft (ABF - Asset Based Finance) sowie durch die interne "Bad Bank" (PRU - Portfolio Restructuring Unit) bleiben.


Die Bank habe zwar operativ die Trendwende geschafft, aber die neuen Kapitalanforderungen der EBA würden die Kapitalmaßnahmen aus dem Frühjahr nicht mehr als Befreiungsschlag erscheinen lassen. Der kürzlich erfolgte Unter-Pari-Rückkauf von Hybridanleihen, der Stopp der Neukreditvergabe außerhalb der Kernmärkte Deutschland und Polen sowie die Thesaurierung von Gewinnen in den kommenden Quartalen würden alleine nicht ausreichen, um die neue Hürde der EBA zu nehmen.

Nach Erachten der Analysten werde es nicht ohne den Verkauf weiterer Vermögenswerte und/oder eine neuerliche Kapitalerhöhung gehen. Nachdem die Aktionäre mit der Kapitalmaßnahme im Frühjahr bisher kein gutes Geschäft gemacht hätten, würden die Analysten als Geldgeber vorrangig den Staat sehen. Die hiermit möglicherweise verbundenen Verstaatlichungssorgen würden sie derzeit jedoch als übertrieben ansehen. Kurzfristig dürfte zwar bis zur Lösung der Kapitalsorgen und der Euroland-Krise die Aktie unter Druck bleiben.

Aber selbst unter Berücksichtigung der zu erwartenden Verwässerung der Altaktionäre durch die obigen Maßnahmen halten die Analysten der Raiffeisen Centrobank die Commerzbank-Aktie für günstig bewertet und bestätigen somit ihre mittel- bis langfristige Einschätzung mit "kaufen". (Analyse vom 28.12.2011) (29.12.2011/ac/a/d)


Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.




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